Linkshänder-Hot-Dog

Vor zwei Jahren ging folgende Meldung durch die Presse: Der dänische Hot Dog soll Weltkulturerbe der UNESCO werden! Die „Vereinigung dänischer Hot-Dog-Imbissbetreiber“ habe den Antrag gestellt und hoffe sehr auf einen Erfolg für diese typische und vielleicht beliebteste Speise Dänemarks.

Lennart Hansen von Aerö

Lennart Hansen erzählt mir davon und grinst dabei die ganze Zeit. Es gibt ja weder diese Imbissbetreiber-Vereinigung, noch hat irgendjemand jemals so einen UNESCO-Hot-Dog-Antrag gestellt. Es war der Erste April, als die Tourismusseite „Visitdenmark“ die internationale Presse reinlegte. Auch eine Reporterin vom NDR kam extra auf die Insel gereist kam, um mit Lennart, dem vorgeblichen Vorsitzenden der Imbissbetreiber-Vereinigung, zu sprechen. „Und da dachten wir, wir setzen noch einen dauf!“ sagt er. Mit dem „Linkshänder-Hot Dog“.

Linkshänder-HotDog

Linkshänder-Hot-Dog – die Werbung dafür war mir im Hafenimbiss von Aerösköbing auch schon aufgefallen. Vage hatte ich Gedanken wie: „Äh, ist es nicht vollkommen egal, wie rum man das Hot-Dog-Brötchen hält?“ Aber da man bei den Dänen nie weiß, nahm ich hin, dass sie sich hier offensichtlich um die ja immer unter Missachtung leidenden Linkshänder bemühen, schön. Lennart muss lachen: „Als wir hörten, dass die Journalistin vom NDR kommt, haben wir schnell ein Werbeplakat gemacht und im Imbiss aufgehängt. Lenda, die Inhaberin, war begeistert!“ Sie riefen sämtliche Freunde, Verwandte und Bekannte zusammen, alles angeblich Aerö-Linkshänder, die sich täglich bei Lenda ihren Spezial-Hot-Dog genehmigen. „Ja, ja, 90 Prozent aller Inselbewohner müssten demnach Linkshänder sein“, so Lennart.

Ob die Frau vom NDR die Sache geglaubt hat, verrät er nicht. Aber Lennart Hansen, der Hot-Dog-Würstchen nach Deutschland exportiert, hatte mit seinen „linken“ Hot Dogs besten Erfolg auf der letzten „Kieler Woche“. Was will er mehr?

Lendas „Griller“

Und was, wenn jemand bei der gemütlichen Lenda einen „Venstrehands-Hotdog“ bestellt? Na, dann bekommt er einen. Lenda höchstpersönlich beweist es mir. Das etwas krumme rote Würstchen – übrigens Öko – wird einfach leicht verdreht ins Brötchen gelegt, es guckt gewissermaßen zur linken Seite. Mit geübter Hand spritzt Lenda einen sehr dicken Streifen Senf darauf, dann gleich zwei Streifen Ketschup und zwei Streifen Remoulade. Mir wird ein bisschen Angst, denn klar, sie will mir den mächtigen Hot Dog schenken. Neben Röstzwiebeln kommen auch noch jede Menge roher Zwiebelstückchen drauf, und so viele Gurkenscheiben, dass mir – aber das muss wohl sowieso so sein – bei jedem Bissen etwas vom Brötchen herunterfällt. Eins ist klar: Der Linkshänder-Hot-Dog ist der kalorienreichste Hot Dog, den ich jemals gegessen habe. Und sowas von „lækker“. Danke, Lenda!

Morgen geht es um die einzigartigen „Aero-Pfannkuchen“.

2 Gedanken zu „Linkshänder-Hot-Dog“

  1. Ahhh! Also doch der Öko-Dog 😉 super…
    Und absolut nix für das erste Date, denn man schmiert und krümelt ja immer (!) mit den Dingern rum und hat am Ende die Sosse irgendwo im Gesicht rumhängen.

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