Dicke Aerö-Pfannkuchen

Tykke Aerö-Pandekager

„Du schreibst über Essen auf Aerö? Dann musst du aufs Stadtfest gehen!“ sagt Ane, die im Touristikbüro der Insel arbeitet. „Da werden die Aerö-Pfannkuchen gebacken, eine echte Spezialität. Die sind größer und dicker als alle anderen Pfannkuchen, die es sonst in Dänemark gibt.“ Und ich sehe sie vor mir, diese Pfannkuchen, groß wie eine Pizza, dick wie ein Berliner – mir wird schon ganz komisch, hatte ich doch kurz zuvor einen übermächtigen Hot Dog in Lendas Imbiss verspeist.

Die halbe Stadt riecht nach den Aerö-Pfannkuchen, beziehungsweise nach etwas, das in heißem Schmalz gebacken wird. Auf dem Marktplatz stehen überdachte Zelte, ein Alleinunterhalter singt am Keyboard vor sich hin, es ist noch nicht viel los, außer an einem Stand, wo sich schon Leute drängen. Das ist der Pfannkuchen-Stand. Im Hintergrund sieht man eine tapfere Frau, Beth, an der Pfanne werkeln, vorne bedient Lis die Kunden, und was sie über den Tisch reicht, das müssen die berühmten Pfannkuchen sein.

Beth bringt die Aerö-Pfannkuchen an

Die Aerö-Pfannkuchen sehen lecker aus, keine Frage, goldbraun gebraten und durch langes Rühren und Kneten des Teiges fluffig aufgegangen. Allerdings – das muss ich anmerken – besonders groß kommen sie mir nicht vor, sie passen ja locker auf eine Handfläche. Lis versteht nicht, was ich zu kritisieren habe. „Das sind unsere ‚tykke Pandekage’, verstehst du?“, sagt sie. Eine Kundin übersetzt: „tykke“ heißt „dick“. Die Pfannkuchen sind eigentlich eher Blinis, nur eben doppelt so dick wie Blinis oder sonstige Eierkuchen. Wenn man hineinbeißt, stoßen die Zähne durch eine schöne Kruste – das vor allem wohl macht den Reiz der Aerö-Pfannkuchen aus. Ich kann das für heute nicht überprüfen. Zwar brät Beth ununterbrochen neue Pfannkuchen, die ununterbrochen über den Tresen gehen, je nach Wunsch mit einem Klecks Marmelade drauf. In meinem Magen aber ist aller Platz bereits von Lendas Hot Dog ausgefüllt. Macht nichts: Am Sonntag ist ja auch noch ein Stadtfest-Tag.

Das Rezept für die Pfannkuchen ist übrigens denkbar einfach für alle, die mit einem Hefeteig klarkommen, den man mit Milch und Mehl ansetzt. Auch Eier gehören dann dazu, und wer es perfekt machen will, rührt geschlagenes Eiweiß unter den Teig.

3 Gedanken zu „Dicke Aerö-Pfannkuchen“

  1. Sieht gut aus, etwas wie unsere Plinsen. Sehr schön! Aber wann gibt es denn endlich mal richtg Gemüse? Salat? Obst? Ich kann mich erinnern, dass frisches Gemüse sehr teuer war, damals…
    Ich folge weiter Deinem lecka lecka blog und wünsche Euch noch schöne Tage. Ach, wie ist überhaupt das Wetter so?

    1. Es gibt schon Grünzeug und Co 🙂 – teuer, ja, ziemlich. Wir kaufen oft an den kleinen Straßenständen – ich erzähl sicher noch davon.

      Die Pfannkuchen sind wirklich sehr plinsenähnlich – das stimmt. Angeblich haben die Leute von Aerö die Neigung, alles, was es hier gibt als einzigartig herauszustellen 🙂

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