Zugreifen! Einkaufen am Straßenrand auf Aerö

Klar kaufen die meisten Leute auf der Ostsee-Insel Aerö im Supermarkt ein, bei „Netto“ oder in den beiden Filialen der Supermarktkette „Brugsen“ (die Insel hat drei Städtchen). Daneben aber gibt es in den vielen Dörfern und überhaupt an den Sträßchen unzählige Straßenstände, an denen die Hobbygärtner und Landwirte Gemüse, Kartoffeln und Eier verkaufen, tagesfrisch geerntet.

Kartoffeln, hier gibt es Aerö-Kartoffeln!

Man weiß nie genau, was einen an den zusammengezimmerten Ständen erwartet. Manchmal ist duftender Porree dabei, dann wieder eine ganze Ladung winziger Tomaten; es gibt die dicken weißen Zwiebeln, Zuccini, kleine, dünne Gurken, Kräuter – und manchmal nicht mehr als ein Pfund Kartoffeln, oder ein paar Gläser Marmelade oder Likörfläschchen, weil alles andere Sachen weggekauft wurden.

Hier wurde schon zugeschlagen

Faszinierend: die Kasse, in die man das entsprechende Geld legt, ist niemals abgeschlossen. Alle Verkäufer gehen selbstverständlich davon aus, dass man bezahlt, was zu bezahlen ist, und auf keinen Fall etwas aus der Kasse raubt. Dieses Vorschuss-Vertrauen bewirkt bei mir, dass ich, wenn das Wechselgeld nicht passt, eher zehn Kronen zu viel bezahle, als auch nur eine Krone zu wenig.

Frische Tomaten inmitten von Loppemarked-, also Flohmarkt-Artikeln

Es wird wohl auch wirklich kaum betrogen. Manchmal, so hört man, verschwindet zwar Ware ohne Bezahlung; doch dann, da sind sich die Inselbewohner sicher, waren es Segler-Touristen, die das Vertrauensspiel nicht mitspielen – und wenn sowas wirklich mal passiert, wird noch wochenlang darüber geredet, wie über ein großes Unwetter oder eine tragische Liebesgeschichte.

Als nächstens gibt es den Bericht über ein dänisches Hot-Dog-Wettessen – ich bin sehr gespannt 🙂

Ein Gedanke zu „Zugreifen! Einkaufen am Straßenrand auf Aerö“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.